Knochenschutz & Gefäßschutz bedeuten Prävention für die Organe, Teil 3
Ganz einfach: Nehmen Sie das, was für Knochen- und Gefäßschutz (siehe vorherige Blogs Teil 1 und Teil 2) wichtig ist, zusammen, dann haben Sie den Organschutz. Alle Organe, die im Alter vor allem abhängig von der Qualität ihrer Durchblutung schlapp machen würden, freuen sich darüber.
Welche Organe sind betroffen?
Das sind vor allem: die Nieren, das Herz und das Gehirn. Auch die Augen, die Ohren und der Penis geben, abhängig von ihrer Durchblutung, „gern“ schon zu Lebzeiten ihren Geist auf. Es gibt selten Impotenz, Herzinsuffizienz, Niereninsuffizienz und Demenz mit gesunden Gefäßen und gesunden Knochen. Punkt. Auch die Leber mag eine gute Durchblutung. Aber die Leber ist saftig, sie kann lange durchhalten, wenn man sie nicht mit zu viel schlechter Nahrung, Alkohol und Entgiftungs-Stoffwechsel-Arbeit belastet. Wenn es der Leber (und dem Darm) nicht gut geht, macht sie viele zu hohe Gefäß-Krankwerte (HbA1c, HOMA, LDL, NONHDL, ApoB, Lp-PLA2, Harnsäure) das ist unerwünscht. Je besser sie arbeitet (und arbeiten kann), desto weniger werden Herz, Nieren und Gehirn im Rahmen der Alterung belastet.
Wir altern nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich
Bei jeder und jedem von uns kann man schon „früh“ (ab 30–50 Jahren) im Labor, anhand von etwas erhöhten Krankwerten oder verschobenen Schlüsselwerten ablesen, wo man bei den Organsystemen empfindlich ist oder nicht. Das muss man messen, weil man das nicht spezifisch spürt, so wie man auch nicht den Prozess von Osteoporose und Arteriosklerose spürt. Aber genauso, wie wir „draußen“ (Haut, Haare, Augen, Ohren, Zähne, Gelenke und Muskeln) altern, genauso verändern wir uns auch „drinnen“. Auch haben wir genetisch bedingt innerlich eine unterschiedliche Robustheit. Sie merken schon in der Jugend, ob Sie gesund eine empfindliche Haut haben oder nicht. Genau diese Unterschiede in der „Empfindlichkeit“ gibt es auch (angeboren oder erworben) in unserem Inneren bei den Organen. Ja wirklich, das ist so.
Was können wir tun?
Um die Organe zu schützen, ist es wichtig, zuerst zu prüfen bei welchem Organsystem evtl. eine Empfindlichkeit besteht. Für viele Organsysteme (nicht für alle, aber für viele) gibt es im Blut orientierende Krank- und Schlüsselwerte. Die gilt es regelmäßig zu überprüfen, ob sie im gesunden Bereich bleiben. Der IBSE-Trick besteht darin, mit einer robusten IBSE die Entwicklung von krankhaften Stoffwechsel-Veränderungen mit Nährstoff- und Hormontherapie (Gesundmach- und Schlüsselstoffen) zu vermeiden (ergänzend zum Sport und zur gesunden Ernährung).
Krankwerte für das Immunsystem
Wichtige Indikatoren für Entzündung sind BSG und CRP. Beide Werte müssen sehr niedrig (BSG) oder auch „null“ (CRP) sein. Damit sind schon mal viel entzündliche Themen ausgeschlossen. Bei einer dauerhaften (auch minimalen) Erhöhung muss man forschen, was ursächlich los ist. Parallel dazu macht es Sinn, Nährstoffe wie Vitamin C, Selen, Zink und das Vitamin D-System mit seinen Cofaktoren auf gute Werte (siehe mein Praxisleitfaden) einzustellen. Auch die Hormone der Nebenniere, wie das DHEA und das Cortisol und auch das Progesteron haben antientzündliche Kräfte. Niedrige Spiegel sollten – angepasst an die Klinik – angehoben werden.
Krankwert für das Herz
Der NT-proBNP-Wert geht sehr früh hoch bei Herzinsuffizienz. Er muss (jung) niedrig bleiben, dann ist die Herzpumpe fit. Das NT-ProBNP steigt „normal“ im Alter an. Das mag normal sein, ist aber nicht wünschenswert. Bei einer Erhöhung über das Altersgemäße hinaus muss eine kardiologische ursächliche Abklärung erfolgen. Ist die Durchblutung gestört (KHK?) oder sind die Herzklappen defekt oder ist der Herzmuskel selbst schwach oder ist der Herzrhythmus gestört? Unbedingt bei Herzinsuffizienz die moderne kardiologische Pharmakologie (Betablocker, ACE-Hemmer, Sartane, Entresto®, SGLT2-Hemmer, Diuretika) nutzen. Man kann da wahnsinnig gut helfen, dass die Herzfunktion bestehen bleibt. Parallel dazu macht es Sinn, Nährstoffe wie Q10, B-Vitamine, Selen, Eisen, Magnesium und Kalium gut einzustellen. Bei den Hormonen lohnt sich ein Blick auf die Androgene (Testosteron und DHEA), wie auch die Schilddrüsenhormone, vor allem das aktive Schilddrüsenhormon T3. Auch hier sollten schlapp niedrige Spiegel – angepasst an die Klinik – angehoben werden. Wichtig ist für den Gefäßschutz vor allem bei Frauen die HRT mit Estradiol (E2). Bei Koronaren Herzkrankheiten (KHK) müssen alle Krankwerte von Knochen- und Gefäßschutz optimal gesenkt werden und es muss ein Lipoprotein(a) ausgeschlossen werden!!
Krankwerte für die Nieren
Kreatinin und Cystatin C sind im Blut wichtige Parameter, die nicht steigen sollten. Besser als der absolute Krea- oder Cystatin-C-Wert sind zur Bewertung die GFR-Werte. GFR heißt übersetzt Glomeruläre Filtrationsrate in ml pro Minute pro 1,73m2. Die GFR spiegelt die Waschfähigkeit der Glomeruli (kleine Waschmaschinen/Filter, jede Niere hat gesund 1.000.000 davon) wider. Die GFR sinkt, wenn das Krea und das Cystatin C steigen. Bei einer Krea/Cystatin C-GFR von < 60 ml/min sind ANDERTHALB Nieren schon nicht mehr tätig. Bleibt das über 3–6 Monate so, liegt eine chronische Niereninsuffizienz (CKD Grad 3) vor (es gibt 1–5 Stadien, bei Grad 5 mit einer GFR von < 15ml/min ist man dialysepflichtig, super ist lebenslang über 90ml/min). Eiweiß im Urin, vor allem eine Mikroalbuminurie (Albumin ist das kleinste Eiweiß im Blut, das als Erstes durch die „Löcher“ in den Nierenfiltern krankhaft durchflutscht), ist ein Zeichen für einen schweren Nierenschaden im Bereich der Glomeruli. Liegen solche Befunde vor, muss eine nephrologische Abklärung erfolgen. Lassen Sie sich nicht abwimmeln und beruhigen. Man kann so viel machen, um die Nierenfunktion lebenslang zu erhalten. Ziel von Prävention muss es sein, bei auch nur einem Mini-Hinweis auf Nierenschaden/Alterung, die Nieren AKTIV zu beschützen. Alles, was ich zur Nährstoff- und Hormontherapie geschrieben habe, dient auch dazu, die Nieren zu beschützen. Wenn die Nieren aber geschädigt sind, benötigen Sie Medikamente (z. B. ACE-Hemmer, Sartane, SGLT2-Hemmer, Finerenon). Der Blutdruck (lebenswichtiger Schlüsselwert) muss top auf 120/80 mmHg eingestellt werden (bei Proteinurie ggf. auch noch auf niedrigere Werte). Alle Fett- und Zuckerstoffwechselerkrankungen müssen streng eingestellt werden. Alle Krankwerte des Knochen- und Gefäßschutzes müssen runter, vor allem auch das LDL.
Schlüsselwert für das Gehirn
Hier gibt es nicht so viele Werte, die man für „Gehirninsuffizienz“ (siehe Blog 1 und Blog 2) im Blut messen kann. Wichtig sind analog zu Herz und Nieren ein perfekter Knochen- und Gefäßschutz. Am besten ist es, wenn die Gefäße gar nicht erst verdicken und verkalken. Die FKDS der Carotiden muss TOP sein: Keine Plaques und keine IMD-Verdickung. Ein guter Schlaf ist wichtig. Interessant im Blut zu messen, ist der BDNF, das ist ein Wachstumsfaktur für das Gehirn, er sollte nicht dauerhaft niedrig sein, gut sind Werte um 30–35 ng/ml, gern auch mehr. Dauerhaft Werte unter 10 ng/ml sind deutlich zu niedrig, dann fehlt dem Gehirn etwas, es ist „müde“. Vor allem Hormone sind hier eine wichtige therapeutische aufbauenden Option: Melatonin, Pregnenolon, Progesteron, Estradiol, Testosteron, DHEA, Cortisol, Schilddrüsenhormone (vor allem T3) und weitere Hormone, aber auch Nährstoffe wie B’s, Q10, Omega-3-Fette (EPA+DHA) und Selen müssen gut auf satte und optimale Werte eingestellt werden.
Krankwerte für die Leber
Die Hauptwerte sind GPT, GOT, AP, gGT und Bilirubin gesamt (ist bei Morbus Meulengracht genetisch bedingt erhöht, das ist nicht schlimm, bedeutet aber für die Betroffenen eine erhöhte „Leberempfindlichkeit“, weil die Entgiftung in der Phase II empfindlich ist). Die Leber ist das Zuhause von Zucker- und Fettstoffwechsel. Das Schlüsselhormon Insulin spielt hier eine große regulatorische Rolle. Es darf nicht fehlen, aber es darf morgens nüchtern auch nicht über 10 µU/ml liegen, denn das spricht dann für eine beginnende Insulinresistenz, was nicht erwünscht ist. Während Herz, Nieren und Gehirn bei Stress und bei der Alterung zum Schutz eher genährt werden müssen, muss bei der Leber im zunehmenden Alter eher eine Entleerung erfolgen. Deswegen sind solche Maßnahmen, wie Fasten, Reinigung und Ausleitung für die Leber (und den Darm) so gut. Nährstoffe wie Selen müssen hier der Leber helfen, loslassen zu können. Chrom und Zink sind wichtig für den Insulin/Zuckerstoffwechsel. Glutathion ist wichtig für die Phase II (und damit die Vorläufer-Aminosäuren: Glutamin, Glycin und NAC). Ganz wichtig sind die Schilddrüsenhormone, insbesondere das T3. Ein Mangel an T3 lässt die Leberfunktion schwach sein. Sie verstoffwechselt nicht richtig, das LDL steigt, der HOMA auch.
Unsere Gesundheit im System
Man könnte den Kolleginnen und Kollegen in der Nephrologie, Kardiologie, Hepatologie, Diabetologie, Osteologie, Angiologie, Neurologie, Psychiatrie und in der Geriatrie (Altersmedizin) sehr viel schwere und vor allem frustrierende Arbeit ersparen, wenn wir alle nur viel früher wüssten (spätestens mit 50 Jahren), wo wir innendrin empfindlich sind. Dann könnten wir je nach Labor und Klinik, alles, was im Stoffwechsel nicht ordentlich und robust (je nach [[Link:]] IBSE) ist, mit der passenden Ernährung, mit Sport, mit einer individuellen Nährstoff- und Hormontherapie und ggf. auch mit pharmakologischen Medikamenten angehen.
Ja, das liest sich schön, ist aber in der Masse noch unrealistisch, weil natürlich superteuer. Ich weiß, aber wenn ich mir ansehe, wie jetzt schon das System mit den Menschen, die aktuell alt und schwer krank sind, überfordert ist, was soll denn dann erst werden, wenn in 20 Jahren die Masse der Babyboomer 80+ ist? Wie sollen unsere Kinder und Kindeskinder das bewältigen? Wir (die Gesellschaft, Ärzteschaft, Krankenkassen, Politik, Wirtschaft und SIE) müssen uns um das Innere der 40–70-jährigen Menschen besser, früher und spezifisch kümmern, damit alles, was vermeidbar ist, sich nicht bis zur letzten pflegebedürftigen Folge manifestiert. Das geht, das ist nicht so schwer und das ist doch so logisch. Ich verstehe nicht, wieso das in der Politik nicht verstanden wird: So vieles, was Menschen ab 60 erleiden, ist so unnötig.
Der Check 35+, der leider nur alle 3 Jahre von den Kassen ermöglicht wird, enthält nur 5 Laborwerte (Chol, LDL, HDL, TG, Nüchtern-Bz), mit denen niemand wirklich in der Lage ist, Ihre „innere“ Zukunft vorherzusagen. Die sind langweilig punktuell und selbst wenn sie erhöht sind, macht niemand so wirklich etwas. Oft wird bei einem erhöhten LDL sogar gesagt, dass sei egal, denn das sei ja genetisch. Aber: Gerade weil es genetisch ist, darf das LDL nicht bei 200 mg/ml bleiben! Das muss behandelt werden! Das geht nicht weg, egal mit welcher Ernährung.
Man müsste den Check ergänzen um den HbA1c, das Krea (mit GFR), die GPT, das CRP, 1x im Leben das Lp(a). Und dann müssten sich auch aus den Mini-Krank-Befunden Konsequenzen ergeben. Passiert aber nicht. Das scheint im System egal zu sein. Daher informiere ich Sie über das, was man aus den Werten alles für die Gesundheit herauslesen kann in meinen Büchern, Blogs und auf Instagram. Lesen Sie, bilden Sie sich, handeln Sie selbst und nerven Sie die, die im System etwas zu sagen haben. Nicht die Hausärzte ärgern, die haben zu viele Aufgaben, weil sich niemand mehr wirklich kümmert. Es ist wie mit den Brücken in unserer Hauptstadt – es wird nicht in den Erhalt investiert und jetzt kracht alles zusammen: Mittendrin in der Stadt ist nun die Haupt-Nord-Süd-Achse für Jahre gesperrt. So ist es in der Inneren Medizin, erst wenn es kracht, wird agiert, vorher 30 Jahre nicht. Das muss sich ändern, das Wissen ist schon seit Langem vorhanden, die Umsetzung ist schwer, ich weiß, aber warten Sie nicht, es kommt niemand und rettet Sie vor diesen altersbedingten Krankheitsfolgen. Sie müssen sich selbst darum kümmern. Und wichtig, Sie müssen objektivieren, also anhand konkreter Laborzahlen sehen, wo Sie innerlich stehen, es reicht nicht, einfach nur gesund zu leben, das funktioniert nicht bis 80, erst recht nicht, wenn Sie eine Frau sind, keine HRT machen und eine genetische Disposition für Osteoporose und Arteriosklerose haben.
Ihre HOB*